Digitale Selbstverteidigung Teil 6: Tails, ein Hochsicherheits Linux zum Mitnehmen

Es gibt einige Linux Varianten die von vornherein auf maximalen Schutz der Privatsphäre ausgelegt sind. Eine der interessantesten ist Tails. Der Vorteil von Tails (wie auch von anderen) ist, es ist "To-Go". Man hat es immer dabei.

Tails ist die Abkürzung für "The Amnesic Incognito Live System", also frei übersetzt "Das vergessliche, anonymisierende Live System". Als Live System wird ein Betriebssystem bezeichnet das komplett von einem externen Datenträger gestartet werden kann. Im Falle von Tails, wie auch von anderen, ist das eine CD/DVD, ein USB Stick bzw. eine SD-Karte.

Und damit ist die Transportabilität auch erklärt. Einen USB Stick kann man immer dabei haben. Man braucht also nur einen Computer der von USB starten kann und schon hat man seine eingene sichere Arbeitsumgebung geschaffen indem man schlicht vom Stick und nicht von der Festplatte bootet. Das installierte Betriebssystem kommt nicht zum Zug. Tails wird vom TOR Projekt entwickelt und hat den Fokus auf maximale Sicherheit.

Tails leitet zwangsweise allen Traffic über das verschlüsselte Anonymisierungsnetzwerk TOR, was aber nicht heißt das auf HTTPS verzichtet werden kann. Entsprechend bringt der TOR Browser (ein modifizierter Firefox) HTTPS Everywhere mit um möglichst oft eine verschlüsselte Verbindung aufzubauen, denn sonst ist das letzte Stück zwischen dem TOR Exit Knoten und der besuchten Webseite unverschlüsselt und damit angreifbar.

Tails benutzt immer eine starke aktuelle Verschlüsselung um jeden Datentransfer, beispielsweise Emails, Messaging Nachrichten oder auch Dateitransfers zu schützen. Es wurde dazu entwickelt um zum einen anonym surfen zu können und zum anderen Zensur zu umgehen. Dabei hinterlässt es keinerlei Spuren auf dem benutzten Computer. Wenn Tails beendet wird ist es, als wäre es nie da gewesen.

Auch die NSA scheint derzeit nicht in der Lage zu sein TOR Nutzer zu verfolgen bzw. aufzuspüren. Es gab im Zusammenhang der Aushebung von Silk Road zwar einmal den Verdacht, weil diese kriminelle Website innterhalb des TOR Darknets gehostet war, jedoch hat sich herausgestellt das der Betreiber selbst einen Fehler gemacht hat der die IP Adresse des Servers verriet. Und dabei betreibt die NSA selber auch TOR Knoten, die jedoch keine Erkenntnisse liefern dürften weil kein Knoten etwas speichert und zum anderen nur den Vorgänger und den Nachfolger im TOR Netzwerk kennt. Also keine der beiden Enden, es sei denn ein Entry bzw. Exit Knoten ist kompromittiert. Aus dem gleichen Grund ist auch die Beschlagname eine TOR Knotens sinnlos, weil er eben selbst nichts weiss und nichts speichert.

Tails bringt auch alles Wichtige mit was man so braucht, wie Webbrowser, Email Client, Messaging Client, ein Office Paket usw. Alle Software Komponenten sind auf Sicherheit vorkonfiguriert. Unnötig zu erwähnen das der Datenträger auf dem Tails läuft ebenfalls verschlüsselt ist. Für Tails gibt es auch ein gutes, zum Teil deutschsprachiges Handbuch. Übrigens benutzt auch Edward Snowden Tails. Jedoch ist Tails nicht allmächtig. Man sollte schon vorher die Warnungen gelesen haben um die Grenzen von Tails zu wissen.

Wer jetzt neugierig geworden ist und Tails ausprobieren möchte, hier ist der Download Link. Natürlich ist Tails kostenlos.

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