UPDATED! Lohnt sich das Bitcoin Mining?

Immer mehr ist vom Bitcoin die Rede, auch in der Mainstream Presse. Es ist ein wahrer Goldrausch ausgebrochen denn es klingt so verführerisch. Mit dem PC zu Hause ganz einfach und nebenbei Geld erzeugen. Nun, ich bin der Sache in einem "Selbstversuch" nachgegangen. 

Zunächst muss die Frage geklärt werden was ein Bitcoin überhaupt ist. Bitcoins sind eine virtuelle kryptographische Währung die im Januar 2009 "das Licht der Welt erblickte". Der Pool an Bitcoins beträgt 21 Millionen und kann nicht erhöht werden. Geschaffen werden Bitcoins durch Rechenleistung die in "hashes per second" (hps) ausgedrückt wird. Erzeugt werden Blöcke zu 50 Bitcoins. Das Problem dabei, je mehr Blöcke erzeugt werden desto schwieriger wird die Berechnung. Konnte anfangs sich die Berechnung sich mit einer CPU noch lohnen wich man bald auf die GPUs (also Grafikkarten) aus, da die einfach mehr Rechenpower bieten. Als die Berechnungen komplexer wurden wich man auf FPGAs aus. Auch die sind zwischenzeitlich obsolet und von den ASICs abgelöst worden. Es wird also Hardware gebaut die effizient Bitcoins schöpfen soll. Was anderes kann ein Bitcoin ASIC nicht. Sind alle Bitcoins errechnet ist der ASIC nutzlos. Je mehr ASICS aber an den Start gehen desto schwieriger wird die Bitcoin berechnung für alle. Auf Wikipedia gibt es übrigens einen hübschen Vergleich der Bitcoin Hardware.

 

Aber nun zum Test. Ich hab dafür einen Mittelklasse Rechner abgestellt. Ein normaler PC mit einem AMD Athlon II X2 250 Prozessor, also ein Dual Core mit 2x3GHz Leistung. Der RAM dieser Maschine liegt bei 8GB. Als Grafikeinheit kommt ein NVIDIA Chip vom Typ 8400GS zum Einsatz.  Angetrieben wird der Rechner von einem aktuellen Linux Mint und als Client hab ich mich für den populären Bitminter Client entschieden.

 

Nach der Registrierung bei Bitminter und dem Start des Clients hat man die Möglichkeit die Grafikkarte ein wenig zu tunen. Nach etlicher Frickelei kam ich mit der Karte auf einen Wert knapp über 2 Mhps (2 Mega hashes per second). Ich lies den Rechner 24 Stunden laufen und schaute mir dann das Ergebnis an. Bitminter meldete wir einen Erfolg von 0,0000 pro Tag. In meinem Bitminter Account schlug sich das in einen Ertrag von von 0,0000001 Bitcoins (BTC) nieder. Beim heutigen aktuellen Umrechnungskurs (1 BTC sind 556.53 EUR) wären das stolze 0,000055653 EUR. In einem Monat wären also 0,00166959 EUR verdient. Nicht mal ein Cent. Und nebenbei wurde die Maschine durch die hohe Belastung der Grafikkarte als Arbeitsgerät praktisch unbrauchbar. Alles lief quälend langsam.

 

Also musste ein ASIC her. Ich hab mal den gekauft den der Privatmann sich kaufen würde. So ein kleiner mit USB Anschluss wie er bei Ebay ab ca. 50 - 70  Euro zu haben ist. Das Gerät hat eine angegebene Leistung von 330 Mhps, in der Realität liegt es etwas darüber. Die kombinierte Rechenleistung von Grafikkarte und ASIC produzierte in knapp 2 Tagen  einen Ertrag von aktuell 0.00014693 BTC was umgerechnet immerhin schon 0,08 Euro beträgt. Und das nach einem Tag und 19 Stunden kombinierter Laufzeit beider Einheiten. Rechnen wir  das auf Tagesbasis aus (24+19=43 Stunden) dann kommen wir auf einen Ertrag von 0,04 EUR (genau 0,044651163) pro 24 Stunden. Das macht auf den Monat 1,34 EUR die geschöpft wurden. Da der Rechner im 24 Stunden Betrieb war, ist klar das alleine der Strom dafür teurer ist.   Um einigermassen kostendeckend zu arbeiten wäre also eine Rechenleistung von über 6 Ghps nötig. Und selbst da ist von einem Gewinn noch nicht wirklich die Rede. Das wären also 18 - 20 der kleinen USB ASIC Miner. Oder anders ausgedrückt 1000 Euro an Hardware.

 

Es gibt spezielle Bitcoin Miner die für richtig dicke Summen gehandelt werden und in dieser Leistungsklasse (5 Ghps und mehr) liegen. Die Effizienz dieser Maschinen ist dank effektiver Stromspartechnik besser, jedoch rechnen auch die sich heutzutage nicht mehr.

 

Mein Fazit: Bitcoin Mining ist ne nette Spielerei, aber größere Summen sollte man nicht in die Hand nehmen. Wer verdient sind aktuell die Leute die diese ASICs verkaufen und wer noch verdient sind die die damals gleich in den Bitcoin eingestiegen sind. Gewinne werden rein über den Wechselkurs (den es auch noch nicht lange gibt) gemacht. Der Rest legt alleine an den Stromkosten (zumindest hierzulande) drauf.

 

Risiken und Nebenwirkungen: Diese virtuelle Währung unterliegt keiner Kontrolle und hat keinerlei Deckung. Der Wechselkurs ist rein spekulativ und sehr volatil. Noch vor kurzem gab es über 1000 Euro für einen Bitcoin was den Goldrausch so richtig angefacht hat ist dann aber eingebrochen. Aber wie gesagt, je mehr Miner es gibt umso weniger fällt für den einzelnen ab weil die Rechenleistung ständig erhöht werden muss. Die Zukunft des Bitcoin ist unsicher.

 

Verdienen kann man also damit nur wenn man Bitcoins bei niedrigen Kursen käuft und hofft zu hohen Kursen verkaufen zu können. Für Otto Normalverbraucher ist das normalerweise nicht möglich  und in so einen ASIC zu investieren ist in meinen Augen rausgeschmissenes Geld. Kauft euch lieber was Nettes dafür was wirklich Sinn macht.

 

UPDATE 02.03.2014 - 14:25: Seit ich diesen Artikel geschrieben habe (30.12.2013), habe ich den Rechner nicht mehr für das Bitcoin Mining rund um die Uhr laufen lassen. Aber den ASIC habe ich noch und er lief immer mit wenn ich am Rechner saß. Nun heute wollte ich mal sehen welchen "Erfolg" ich in 3 Monaten hatte. Also einloggen und mal nach dem Konto sehen. Stand jetzt konnte ich genau 0.00214141 BTC erzeugen was beim aktuellen Wechselkurs (1 BTC = 408,20 EUR) einem Gegenwert von 0.87 EUR entspricht. Also auch über längere Zeit lohnt sich das Mining definitiv nicht. 

 

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