Linux: Temp Dateisystem in den RAM legen

Es gibt mehrere Gründe die temporären Datein in den RAM zu legen anstatt auf die Festplatte. Voraussetzung ist allerdings genügend RAM. Hier eine kleine Anleitung.

Gerade Besitzer von SSD Festplatten sollten diesen Artikel lesen. Denn die Anzahl der Schreibvorgänge auf eine SSD Platte ist endlich. Hier geht es vor allem darum die SSD zu schonen. Aber auch Besitzer normaler Platten können davon profitieren. Denn zum einen spart man sich die "Datenhäufchen" die im Temp-System rumliegen und schützt diese vor ungebetenem Auslesen und Auswerten da das System ja bei jedem Start neu erzeugt wird. Eine theoretische Auswertung der temporären Daten des Systems seitens Dritter über mehr wie eine Session ist also nicht möglich. Das gilt nicht für den Browser Verlauf und den Browser Cache. Das kann man in den jeweils verwendeten Browsern einstellen das die aufräumen wenn man sie beendet.

Und es trägt dazu bei das System flüssiger laufen zu lassen. Der Zugriff auf den RAM ist massiv schneller wie auf die Platte, auch wenn es eine SSD ist. Auf meinem Hauptrechner arbeite ich mit zwei Festplatten. Einer kleinen SSD (64 GB) die das System und die Anwendungen trägt und einer normalen 2 TB Platte für die Daten. Das Homeverzeichnis ist bei mir also auf die normale Platte gemounted. Das System lief nach der Änderung der fstab gefühlt deutlich runder. Wer will kann das für sich ausmessen.

Das temporäre Dateisystem kann man über die /etc/fstab in den RAM legen. Zum editieren der fstab sind Root Rechte erforderlich. Bei mir haben sich folgende Einträge bewährt:

# TMPFS in den RAM
tmpfs /tmp tmpfs defaults,noatime,mode=1777,nosuid 0 0
tmpfs /var/run tmpfs nosuid,mode=0755 0 0
tmpfs /var/lock tmpfs noexec,nosuid,nodev 0 0
tmpfs /var/log tmpfs noexec,nosuid,nodev 0 0

Die Bedeutung der einenzelnen Parameter finden entsprechende Neugierige in der üblichen Systemliteratur. Man kann natürlich auch noch einen Size Parameter mitgeben (Beispiel: size=512MB) was aber meiner Meinung nach zu Problemen führen kann. Denn wählt man die Größe zu klein kommt auch beim tmpfs im RAM eine "ich bin voll" Meldung genau wie bei einer Festplatte. Für die SSD Systemplatte von der auch gebooted wird sollten folgende ext4 (ich empfehle dringend für die SSD Platte das EXT4 Dateisystem einzusetzen) Parameter gesetzt sein:

discard,noatime,errors=remount-ro 0 1

Der Eintrag sieht also folgendermassen bei mir aus:

UUID=xxx-xxx-xxx-xxx-xxx / ext4 discard,noatime,errors=remount-ro 0 1

Ihr braucht also nur euren vorhandenen Eintrag um die Parameter discard und noatime ergänzen. Die UUID besteht natürlich nicht aus X-en sondern aus eurer echten UUID.

Wieviel RAM braucht man nun dazu? Da ist es schwer einen Rat zu geben. Jedes System ist anders, jeder benutzt andere Software die tmpfs mehr oder weniger benutzt. Meine Rechner haben 4 bis 8 GB RAM und mit denen gab es speichermäßig keine Probleme auch wenn eine virtuelle Maschine noch zusätzlich lief. Das muss jeder selber entscheiden. Ich sag mal wenn alle Software die man gewöhnlich nutzt gleichzeitig gestartet ist und man dann noch mindestens 50% RAM über hat dann kann man es so versuchen.

Über Feedback was es bei euch gebracht hat würde ich mich freuen.

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1 Gedanke zu “Linux: Temp Dateisystem in den RAM legen”

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