Das ist eine Frage die man sich ständig stellt. Heutzutage werfen ja alle mit immer größeren Megapixel (MP) Werten um sich. Man könnte den Eindruck bekommen selbst die kleinste Kompaktkamer hat Profi-Auflösungen. So einfach ist es aber nicht. Wie ich schon im Artikel über Bildsensoren hier geschrieben habe sind riesige Megapixel Zahlen schlecht wenn der Sensor zu klein ist.
Das war das eine, aber zunächst müssen wir unterscheiden wieviele Megapixel "echt" sind. Häufig steht irgendwo im Kleingedruckten bei der Kamera das Wörtchen "interpoliert". Das heißt nichts anderes das die Kamera das Bild auf diese Auflösung hochrechnet und sagt nichts über die echte Auflösung des Sensors aus. Das Interpolieren entspricht in etwa dem Hochrechnen mittels Bildbearbeitung. Also probiert es ruhig mal aus: Ladet ein kleines Bild in die Bildbearbeitung eures Vertrauens, und rechnet das Bild mal auf doppelte und dreifache Größe hoch. Ihr seht, das Bild wird immer schlechter.
Genau das passiert auch bei den Kameras die interpoliert arbeiten. Das Bild wird erst mal schlechter und im nächsten Step versucht die Kamera das mit mehr oder weniger Erfolg wieder zu schönen.
Daher: Die Angabe der interpolierten Auflösung ist, meiner Meinung nach, schlicht unbrauchbar.
Also sucht nach den technischen Daten eurer (Wunsch-)Kamera und findet raus wieviel der Sensor wirklich kann. Also entweder die Angabe wo KEIN interpoliert dabei steht oder die Angabe "optische Auflösung". Interessant ist nicht nur wieviele Mepgapixel da stehen (Beispiel: 3 MP) sondern eher die Angabe wieviele Pixel genau (Beispiel: 1984 × 1488 Pixel). Das läßt sich leicht ausrechnen wenn es nicht dabeisteht, also im letzten Beispiel 1984 × 1488 = 2952192 Pixel, also ungefähr 3 MP. Aber auch folgende Auflösung ergibt 3 MP: 2016 × 1512 PIxel. Das sind dann wenn man's ausrechnet genau 3048192 Pixel, also 3 MP. Jetzt versteht ihr warum ich sage, lieber ausrechnen, denn 3 Megapixel sind nicht immer gleich 3 Megapixel.
Aber wieviele Megapixel braucht man denn ?
Das kommt, wie immer, darauf an. Will ich die Kamera nur einsetzen um Bilder für den Internetauftritt zu machen, dann kommt man mit 3 MP gut aus. Will ich auch etwas größere Ausdrucke machen, dann müssen deutlich mehr her. Aber auch hier gibt es zu beachten mit welcher Auslösung denn gedruckt werden soll. Je höher die Auflösung beim Druck umso mehr Megapixel werden benötigt.
Auch das kann man sich ausrechnen. Die Formel dazu lautet:
Pixel geteilt durch DPI (die Druckauflösung) ergibt die Länge in inch. Das multipliziert man mit 2,54 und erhält die Länge in cm.
Das das ziemlich abstrakt aussieht hier ein Beispiel:
Unsere 3MP Kamera hat eine Auflösung von 2016 × 1512 Pixeln und wir wollen wissen wie lang die lange Seite bei einem 150 dpi Druck wird.
Also: 2016 / 150 * 2,54 = 34,13 cm. Erhöht man jetzt die Druckauflösung auf 300 dpi, dann sind es nur noch 17 cm, bei 600 dpi bleiben dann gerade noch 8,5 cm über. Ihr seht wenn ihr ein Bild drucken wollt sollte man sich schon überlegen wie groß der Ausdruck werden soll um die richtige Auflösung für den Druck zu wählen.
Kleine Bilder benötigen eine höhere Auflösung beim Druck während man große auch mit 150 dpi drucken kann. Der Betrachtungsabstand ist dann größer und die geringe Auflösung fällt beim Betrachten nicht mehr auf.
Der Betrachtungsabstand sollte mindestens doppelt so groß sein wie die Bilddiagonale. In der Werbeindustrie gibt es dafür eine Formel, aber mit der Faustregel kommt man ganz gut klar.
Fazit: Wenn ich einmal von einem Allround Einsatz der Kamera ausgehe der auch Ausdrucke ermöglichen soll die man sich an die Wand hängen kann würde ich zu einer Kamera mit optischer Auflösung von rund 6 MP greifen (ca. 3008 × 2000 Pixel) was bei 150 dpi Ausrucke von 50 x 34 cm erlaubt. Das kann man sich auch mal an die Wand hängen, wenn es nicht gerade der Flur ist wo man mit der Nase direkt davor steht.... Also denkt an den Betrachtungsabstand.
Noch ein Wort zum Schluss: Denkt auch an das Seitenverhältnis. Oft hat das Fotopapier Format ein Seitenverhältnis von 3:2 wie man es vom Kleinbild her kennt, das wären in unserem Fall dann genau 6 MP (3008 × 2000 Pixel). 6,1 MP sind 2848 × 2136 Pixel was einem Seitenverhältnis von 4:3 entpricht. Übrigens 3024 × 2016 Pixel sind auch 6,1 MP aber, aber im Seitenverhältnis von 3:2 Format. Stimmt das Seitenverhältnis nicht dann fehlt entweder was oder man hat schwarze Balken was ich auch unschön finde.
Hier ein paar Beispiele. Fotopapier mit der Größe 9 × 13 cm ist 3:2, 10 × 13 cm wäre dann 4:3, 13 × 18 cm 3:2 und 18 × 24 cm 4:3. 20 × 30 cm wäre dann wieder 3:2.
Also ihr seht, es gibt viel zu überlegen vor einer Kaufentscheidung. Nicht nur die Auflösung der Kamera ist wichtig, sondern auch was man mit den Bildern anstellen will, denn das gedruckte Bild soll sich ja auch schön in einen Bilderrahmen einfügen.